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Meinung
Kreativität vs. Disziplin: Warum beides wichtig ist

Kreativität vs. Disziplin: Warum beides wichtig ist

»Kreativität muss fließen und kann nicht erzwungen werden«. So ein weitverbreiteter Konsens. Doch stimmt das?

Natürlich gibt es verschiedene Phasen im kreativen Alltag. Jene, in denen Kunstschaffende nur so vor Ideen sprudeln und nicht wissen, welches Projekt sie als Erstes in Angriff nehmen sollen. An anderen Tagen sitzen Autor*innen vor einem weißen Dokument und beobachten den schwarzen Cursor, weil sie nicht wissen, wie sie anfangen sollen.

Was tun, wenn es nicht »fließt«?

In diesen Momenten gibt es meiner Meinung nach zwei mögliche Konsequenzen: Man klappt den Laptop zu oder packt den Brettspiel-Prototypen weg und findet sich mit dem Schicksal ab, dass aus der Idee niemals etwas werden wird.

Doch das wäre einfach nur traurig. Stattdessen könntest du Variante zwei wählen: Den Laptop schließen, einen Spaziergang machen oder mit Freund*innen über dein Projekt sprechen. Mit frischem Kopf und neuen Ideen kannst du dich dann wieder dem »Problem« widmen. Du wirst merken, der Knoten platzt irgendwann und die Kreativität sprudelt wieder. Doch bis dahin heißt es: durchziehen.

Kreativität alleine reicht (oft) nicht

Meiner Meinung nach gehört neben Kreativität auch eine Portion Disziplin dazu, um ein Projekt – sei es ein Brettspiel, ein Bild oder einen Roman – in Form zu bringen. Man könnte es auch weniger hart formuliert Kontinuität nennen, denn es braucht meistens viele Stunden Arbeit, um ein Ergebnis zu erhalten.

Du siehst Zeichnen oder Schreiben als Ausdruck deiner Gefühle und als Entspannung? Dann mach genauso weiter und genieße deine Zeit!

Möchtest du aber, dass deine Werke von anderen Menschen gespielt, gelesen oder gesehen werden, wirst du irgendwann an den Punkt kommen, an dem aus dem Hobby, Arbeit wird. Von da an werden auch Aufgaben auf dich zukommen, die keinen Spaß machen oder die deine Kreativität nicht direkt fordern.

Dein eigenes Tempo

Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die Tag und Nacht an ihrem Projekt arbeiten, erfolgreicher sind. Nur zu gern vergessen wir, dass jede Person eine andere Lebensrealität hat. Es erfordert viel Kraft und Zeit, sich nach beispielsweise einem 40-Stunden-Brotjob noch an den Laptop oder die Staffelei zu setzen.

Mach es in deinem Tempo, aber mach es! Dabei ist es egal, ob du dich täglich für 10 Minuten hinsetzt oder dir einmal im Monat einen Tag aussuchst, um dich dem Projekt zu widmen. So wird deine Idee zu einem Plan und schließlich zu deinem Werk heranwachsen. Und bevor du dich versiehst, wird es den Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern, so wie es dir Freude bereitet hat, es zu erschaffen.

Autor*innen-Tipp 

Wenn du die Möglichkeit hast, nimm dir morgens eine Viertelstunde Zeit, um zu schreiben. Ohne feste Wortanzahl und ohne Druck. Schreib einfach drauf los.

Glaub mir, du wirst das Gefühl lieben, wenn du schon vor der Arbeit, Uni etc. Worte aufs Papier gebracht hast.

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